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Am Anfang war Gewalt: Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik

Autor: Mark Jones | Verlag: Propyläen Verlag |ISBN: 978-3-549-07487-9

Am Anfang war Gewalt: Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik

Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend – bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

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Patrick Schlenz

Patrick Schlenz

Verfasst am: 27.08.2017 |

Am Anfang war Gewalt

Der Autor Mark Jones setzt sich auf über 430 Seiten sehr intensiv mit der Deutschen Revolution von November 1918 bis Mai 1919 auseinander. Dabei schildert er detailliert die einzelnen Phasen der Vorgänge an den wichtigsten Brennpunkte, die aus seiner Sicht in den Städten Kiel, Berlin und München lagen.
Er arbeitet auf Grundlage vieler Quellen sehr deutlich heraus, dass viele Gewaltausbrüche in dieser Zeit eine psychologische Ursache hatten, auf Gerüchten von Gräueltaten basierten, die in Wirklichkeit nicht sattgefunden haben oder auch von Schüssen aus den eigenen Reihen ausgelöst wurden, wie beispielsweise in Kiel.

Dass die neue Regierung unter Ebert in Berlin ab einem gewissen Zeitpunkt die staatliche Gewalt eskalieren ließ (Schießbefehl Noske), um das Gewaltmonopol und die Macht sicherzustellen kann man im Nachhinein verurteilen. Das psychologische Moment in dieser Zeit der Unsicherheit und der auch oftmals unsicheren Informationslage darf jedoch nicht unterschätzt werden. Mann muss versuchen sich vorzustellen, wie Entscheidungen getroffen werden wenn eine unsichere Nachrichtenlage vorliegt. Das entschuldigt aber nicht das enthemmte Verhalten der staatlichen Soldateska, die ihre Frustration aus dem verloren gegangenen 1. Weltkrieg, dem Verlust des Herrschaftssystems und der Frustration über die Novemberrevolution teilweise freien Lauf ließ, um die "staatliche Ordnung" wieder herzustellen. Der Satz des Autors "der Wunsch der neuen Herren des deutschen Staates, ihren unbedingten Herrschaftswillen zu demonstrieren" bringt letztendlich das Motiv der Regierung Ebert deutlich zum Ausdruck.

Bei allen Vorgängen muss auch berücksichtigt werden, dass Kommunisten, die USPD sowie andere linke politische Kräfte einen weiteren Umsturz bzw. die Weiterführung der Revolution nicht nur mit friedlichen Mitteln forderten und dies über Zeitungen, Kundgebungen und Demonstrationen forderten. Obwohl diese Kräfte nicht die Stärke hatten, wie das von vielen Medien, Politikern und Bürgern unterstellt wurde, nahm die amtierende Regierung diese Kräfte als große Bedrohung wahr.

In seinem Epilog zeigt der Autor aber auch auf, dass Akte militanter "Gründungsgewalt" kein deutsches Phänomen ist, sondern in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg in vielen Ländern angewendet wurden, ohne dies zu entschuldigen.

Das Buch ist wichtig, um die Vorgänge zwischen der Abdankung des Kaisers und der Gründung der Weimarer Republik besser verstehen zu können und der Autor schließt mit seinem Werk eine wichtige Lücke. Aus meiner Sicht ist das Buch sehr empfehlenswert!