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Die Mittelmächte an der Saloniki-Front 1915-1918 Zwischen Zweck, Zwang und Zwist

Autor: Bernhard Bachinger | Verlag: Ferdinand Schönigh |ISBN: 978-3-506-78857-3

Die Mittelmächte an der Saloniki-Front 1915-1918 Zwischen Zweck, Zwang und Zwist

Informationen zum Buch

Während des Ersten Weltkriegs kämpften Bulgaren und Deutsche jahrelang an der Saloniki-Front Seite an Seite gegen die Entente. Doch wie stand es um die Funktionalität dieser unerwarteten Kriegskoalition?

Die Saloniki-Front als Nebenkriegsschauplatz des Ersten Weltkriegs ist aus dem mitteleuropäischen kollektiven Bewusstsein beinahe gänzlich verschwunden – und damit auch die Erinnerung an das deutsch-bulgarische Militärbündnis. Ohne tiefgreifende Kooperation wären aber die militärischen Herausforderungen an der Saloniki-Front nicht bewältigbar gewesen. Deshalb stellt die Studie die Koalitionskriegführung in den Fokus und blickt hinter die Kulissen der von Propaganda und Nachkriegsliteratur gezeichneten innigen Waffenbrüderschaft zwischen den Verbündeten. Denn aus unterschiedlichen (Militär-)Kulturen, Asymmetrien und inkompatiblen Kriegszielen resultierte eine Vielzahl an Konfliktfeldern.

Rezensionen (3)

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Hans Gebhardt

Hans Gebhardt

Verfasst am: 02.11.2019 |

Die Mittelmächte an der Saloniki-Front

Ein interessantes Werk. Mich hat insbesondere der Teil des Buchs interessiert, der die Kooperation bzw. Zusammenarbeit der Kriegspartner beschreibt. Dabei wird einem bewusst, wie wichtig einheitliche Befehls- und Organisationsstrukturen von Bündnissen sind.
Gustav Müller

Gustav Müller

Verfasst am: 16.09.2019 |

Die Mittelmächte an der Saloniki-Front 1915-1918

Das Buch hat mir gute Einblicke in Bezug auf die Balkanfrage und die Probleme ermöglicht, die teilweise bis heute nachwirken.

Patrick Schlenz

Patrick Schlenz

Verfasst am: 02.09.2019 |

Die Mittelmächte an der Saloniki-Front

Autor Bernhard Bachinger beschreibt auf über 400 Seiten das Geschehen an der Saloniki Front. Dieser Kampfabschnitt ist ein Nebenkriegsschauplatz des 1. Weltkriegs, der in der Weltkriegs-Literatur bislang eher vernachlässigt worden ist.

Einführend wird die unübersichtliche und wenig stabile politische Lage auf dem Balkan in der Vorkriegszeit verständlich erläutert. Im weiteren Verlauf wird das Werben um den Kriegseintritt Bulgariens beschrieben. Dabei arbeitet der Autor das unwürdige gegenseitige Überbieten der Mittelmächte und der Entente heraus, um Bulgarien zum Kriegseintritt auf der jeweiligen Seite zu bewegen.

In den nächsten Abschnitten werden die Kampfhandlungen des deutsch-bulgarischen-kuk Militärbündnisses bis zum Kriegsaustritt Bulgariens im September 1918 beschrieben.

In weiteren Kapiteln wird die Zusammenarbeit der Bündnispartner beschrieben. Bachinger arbeitet die Schwierigkeiten der Zusammenarbeit heraus, u.a. die schwierigen Befehlsverhältnisse, die sich teilweise bizarr darstellen. Dazu kamen Probleme in der Verwaltung und Versorgung. Dennoch entwickelte sich die bulgarische Armee bis April 1916 in der Einschätzung des österreichischen Attachés Laxa sehr positiv. Durch Waffen- und Munitionslieferungen wurde sie laut seiner Einschätzung auf ein deutlich höheres Niveau gesetzt. Neben den materiellen Zuwendungen der Bündnispartner war aber auch insbesondere der Know-how-Transfer maßgeblich für die positive Entwicklung der bulgarischen Armee verantwortlich. Beispielsweise wurde von der bulgarischen Armee von jeder Division ein Offizier nach Deutschland kommandiert, um den Kämpfen an der Westfront beizuwohnen und die dort eingesetzten Taktiken und Strategien "live" erleben zu können. Dazu gab es Kampfschulen, in denen Offiziere und Mannschaften ausgebildet wurden. Deutschland versuchte, sich über Ausbildung und Materiallieferungen mit geringstem Einsatz maximalen Einfluss zu sichern und konnte so als Taktgeber auftreten.
Dass im Verlauf des Kriegs die Gegensätze insbesondere zwischen den Mittelmächten und Deutschland zum Vorschein kamen, lag insbesondere an den imperialistischen Forderungen Bulgariens, insbesondere in der Frage der Dobrudscha. Diese Problematik arbeitet der Autor gut verständlich heraus.
Nachdem die deutsche Seite die Militärhilfe reduzieren musste, entwickelte eine antideutsche Stimmung, die insbesondere auch die militärische Zusammenarbeit beeinträchtigte und 1918 zum Zusammenbruch der bulgarischen Armee führte.

Die beschrieben Aspekte arbeitet der Autor auf hervorragende Weise aus und stellt sie dem Leser leicht verständlich zur Verfügung.

Das Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen, insbesondere für Leser, die sich mit der Geschichte des Balkans beschäftigen.