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Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein

Autor: Kress von Kressenstein, Friedrich | Verlag: Brill Ferdinand Schöningh |ISBN: 978-3-506-70344-6

Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein

Die Quellenedition versammelt Schriften einer schillernden Gestalt der deutschen Militärgeschichte: Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein (1870–1946) war bayerischer General und ging 1913 zur deutschen Militärmission nach Konstantinopel.

Der osmanische Sieg über die Briten in der Zweiten Gazaschlacht 1917 ging vor allem auf die Leistungen von Kreß zurück.

1918 übernahm er das Kommando über die Deutsche Kaukasusexpedition in Transkaukasien und wurde mit deutschen Verbänden in die junge Republik Georgien geschickt, um zu verhindern, dass die Rote Armee in Abchasien eindrang.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde Kreß in die Zentralstelle des bayerischen Generalstabs versetzt. Während des Hitlerputsches von 1923 stand er auf der Seite der Reichswehrführung in Berlin.

Die in diesem Band edierten Quellen umfassen eigene Lebenserinnerungen, sein Tagebuch im Sinai, Berichte aus Tifl is, diverse Quellen aus den 1920er Jahren und ein hochinteressantes Tagebuch aus den Jahren 1945–1946. Sie stammen vornehmlich aus seinem Nachlass im Germanischen Zentralmuseum in Nürnberg, in zweiter Linie aus dem Politischen Archiv Berlin und werden hier erstmals publiziert und kommentiert.

Rezensionen (1)

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Patrick Schlenz

Patrick Schlenz

Verfasst am: 08.03.2021 |

Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein

Dieses Buch, das aus mehreren autobiographischen Schriften des Freiherrn von Kressenstein besteht, imponiert in jeglicher Hinsicht.

Zum einen erst einmal durch das Volumen von über 700 Seiten und zum anderen natürlich durch die Qualität der Aufzeichnungen des Generals.

Winfried Baumgart kann auf die reichhaltige Aufzeichnungen aus dem Nachlass von Kressenstein zurückgreifen, die er in Archiven vorfand. Er bedient sich dabei im Wesentlichen aus den folgenden Skripten:

a) Meine Lebenserinnerungen. Dieses Skript umfasst ingesamt 5 Kapitel mit verschiedenen Inhalten.
b) Sein Tagebuch, dass er in seiner Zeit in der Türkei und Palästina in verschiedenen Heften niedergeschrieben hat.

Die verarbeiteten Quellen beschreiben mit von Kressenstein eine sehr interessante Persönlichkeit, da er zum einen militärisch sehr interessante Aufgaben übertragen bekommen hat und zum anderen als Zeitzeuge und Beteiligter Einblicke an wichtigen Schalthebeln der Macht hatte.

Dazu kommt sein großer Verstand, gepaart mit der Begabung, seine Eindrücke schriftlich gut ausgedrückt wiedergeben zu können, so dass seine Aufzeichnungen einen großen historischen Wert haben.

Seine Tagebücher, die er in seiner Zeit im Osmanischen Reich und in Georgien geführt hat, geben einen umfassenden Einblick in die jeweiligen Geschehnisse aus der Sicht eines Kommandierenden Offiziers, der die jeweilige Lage realistisch einschätzt und analysiert.

Dabei geht er in seinen Tagebüchern, die er über seine Zeit in Palästina und Georgien geschrieben hat, sehr intensiv auf die Probleme ein, die ihm durch die Mentalität der Soldaten und Beamten im Osmanischen Reich bereitet wurden. Dazu schreibt er, inbesondere in seiner "georgischen" Zeit über die politischen Probleme, die ihm der Bündnispartner Osmanisches Reich bereitete und die mit dazu führten, dass er seine gestellte Aufgabe nicht lösen konnte. Nebenbei beschreibt er auch die Zustände und Unzulänglichkeiten der vorhandenen Infrastruktur und geht, wenn auch nur oberflächlich, auf das Leben der ortsansässigen Bevölkerung in seinen Einsatzgebieten ein.

Zurückgekehrt nach Deutschland, war er in der Folge bis zu seiner Pensionierung an wichtigen Schalthebeln der Macht in der Militärvewaltung der Weimarer Republik tätig. Damit hatte er tiefe Einblicke in den Aufbau der Armee der Weimarer Republik und berichtet über deren Enwticklung, wobei er auch die handelnden Personen kurz beschrieb und seine jeweilige Meinung zu diesen Menschen wiedergab. Zur Zeit des Hitlerputsches 1923 war er in München und hat auch an der Niederschlagung des Auftsands mitgewirkt.

Sein Tagebuch, dass in der Zeit 1944-1946 entstand und den Zusammenbruch des 3. Reichs sowie die unmittelbare Nachkriegszeit beschrieb, ist ebenfalls ein wertvolles Dokument, das Einblicke über das Denken und Handeln der Menschen in dieser schwierigen Zeit gibt. Insbesondere an den amerikanischen Besatzungsoldaten lässt er kein gutes Haar!

Besonders interessant ist, dass er seinen Antisemitismus, den er immer wieder recht deutlich in seinen Aufzeichnungen durchblicken lässt auch in der Zeit nach 1945, als die ganzen Verbrechen am jüdischen Volke zu Tage kamen, nicht ablegte. Man kann aus seinem Beispiel vielleicht ableiten, dass dieser tief verinnerlichte Antisemitsmus wahrscheinlich in weiten Kreisen der obersten Führungselite der kaiserlich-preußischen Armee verankert war und dazu beitrug, dass die Wehrmacht nicht gegen das Regime des 3. Reichs aufbegehrte.

Insgesamt ein Werk, dass für Geschichtsinteressierte der ausgehenden Kaiserzeit, des 1. Weltkriegs, der Weimarer Republik und auch des 3. Reichs zu empfehlen ist.